Lovelonka

Bolonka Zwetna Zucht


Das Züchterherz

Züchter sein ist kein Beruf. Züchter sein ist eine Berufung. An 365 Tagen im Jahr sorgt der Züchter dafür und unternimmt alles was in seiner Macht steht, dass es seinen Tieren an nichts fehlt.

 

Zuerst kommen die Tiere, dann erst alles andere.

 

Da schlägt ein Züchterherz das ist am rechten Fleck. Manchmal ist es gebrochen. Aber es ist immer voller Hoffnung. Ein Züchter möchte alles wissen. Und doch weiss er nie alles. Manchmal fällt es dem Züchterherz schwer Entscheidungen zu treffen zwischen Vernunft, Verpflichtung und Bequemlichkeit. Denn so ein Züchterherz opfert persönliche Interessen, Zeit, Freundschaften, Freizeit und Ferien. Zum Wohl der Tiere.

Das ist eine Lebenseinstellung die nicht immer von allen Mitmenschen verstanden wird.

 

Es kommt vor, dass so ein Züchterherz ohne Schlaf auskommen muss. Sei es weil eine Geburt ansteht oder ein Patient keine Ruhe findet. Sind Welpen im Haus ist es mit der Nachtruhe sowieso vorbei. Muss das Züchterherz doch jedes Krabbeln, Fiepen und Quietschen genau überwachen.

 

Die Knie und auch der Rücken können schmerzen während der Welpenzeit. Vom bücken und knien neben und über der Wurfkiste. Doch das Züchterherz gibt nicht nach. Es ist stark genung auch zur unmöglichsten Zeit den Tierarzt aufzusuchen und ein ganzes Rudel sicher durch den Alltag zu führen.

 

Das Züchterherz kennt keine Berührungsängste. Es übersieht die Geburtsflüssigkeit wenn dem nassen, warmen, frischgeborenen Welpen beim ersten Atemzug geholfen werden muss. In diesem Moment, wenn der Züchter dem frischgeborenen Welpen im wahrsten Sinne des Wortes das Leben einhaucht und das Hundebaby seinen ersten Atemzug macht in den Händen des Züchters, schlägt das Züchterherz höher. Diese Hände sind stark und oft schmutzig. Sie schwingen 1000 x den Putzlappen und tragen einen Arm voller Welpen in den Garten. Aber wenn sie von einem Welpennäschen angestups werden, sind diese Hände sensibel.

 

Ein Züchterherz bekommt vom Kunden schnell Kritik und oft wenig Anerkennung für den täglichen Einsatz. Die Aufgabe des Züchters ist es mit der Natur zu arbeiten. Alles was nicht so wird wie erhofft, vergräbt das Züchterherz tief in seiner Seele. Jedes Mal wenn eine Laune der Natur zu Tage kommt, wenn Mutter Natur einen Fehler hervorbringt, darf das Züchterherz nicht müde werden. Hat es doch nach bestem Wissen und Gewissen eine Verpaarung sorgfälltig geplant und während der Geburt für eine sanfte Landung gesorgt. Auch für die Welpen die nicht ganz perfekt sind. Das gilt es zu akzeptieren. Dass nicht immer alles perfekt ist. Wir alle sind nicht perfekt.

Immer dann lernt der Züchter dazu.

 

Es ist das Wunder des Lebens, das Wunder der Geburt das in vollem Umfang vom Züchterherz bewundert und respektiert wird.  

 

Das zu Hause einer Züchterfamilie wird oft Zuchtstätte genannt. Es ist das zu Hause von Tieren und Menschen die eng zusammenleben. Ein solches zu Hause ist kein öffentlicher Ort. Manchmal sind die Türen verschlossen. Zum Schutz der Tiere. Manchmal werden diese Türen mit Freude geöffnet für ehrliche und tierliebende Menschen die an einem Welpen interessiert sind. Doch immer hat das Züchterherz einen Rat und beruhigende Worte auf Lager, wenn beim Welpenkäufer Fragen auftauchen.

 

Züchten heisst ohne wenn und aber täglichen Einsatz. Züchten ist eine Herausforderung. Bei jedem Wurf aufs Neue. Der Wegweiser im Alltag eines Züchters wird bestimmt durch die Freundschaft zum Hund. Nicht durch den wirtschaftlichen Nutzen.

 

 

Ja, solche Züchter gibt es.